Yvonne Schöllhorn

Redakteurin & Autorin

Lieber Timmy,

Dein Leiden, Deine Qualen sind noch immer zu spüren. In Mark und Bein. Unsäglich brutal und Schöpfungs-verachtend ging und geht die Menschheit mit Dir und Deinen Artgenossen um. Seit Jahrhunderten, seit Jahrtausenden. Wer ein Menschen- und ein Tier-Freund, Tier-Schützer und sensibel ist, kann Deine Schmerzen, die als pars pro toto für alles Tier-Leid stehen, allgegenwärtig aufnehmen. Viele Tränen sind geflossen. Von vielen Menschen. Gerade in den vergangenen zehn Wochen, in denen Du Dich im seichten Gewässer vor Wismar mehrmals, im Hoheitsgebiet von Dr. Till Backhaus, vor der Insel Poel, verirrt hast und gestrandet bist. Und dennoch bist Du ein Symbol für Hoffnung („Hope“, so Dein zweiter Name) und für ein Umdenken im Umgang mit Tieren und unserer Umwelt geworden – Dank Deiner Retter mit Herz, Gefühl, Einsatz und Geld, Walter Gunz und Karin Walter-Mommert, zwei herausragend-sozial-empathische, deutsche Millionäre, die einen Teil Deiner Wunden stillten und sich endlich um Dich gekümmert und sich Deiner leisen Hilfeschreie und Dir als geschundener Kreatur angenommen haben, als alle Anderen Dich schon tot sahen, abgeschrieben und nur zugeschaut und versagt haben, da sie nichts unternommen haben, geschweige denn, Dir sofort und zügig geholfen haben. Walter Gunz und Karin Walter-Mommert gehört mein tiefer Respekt! Dass die „Mission Timmy“ innerhalb der von nah und fern angeforderten diversen Experten und Fachleute in der Gruppe nicht wenige Probleme mit sich brachte, durch z. B. das Ego-Getue Einzelner, Zerwürfnisse, Anschuldigungen, Falschmeldungen, unnötiges mediales Gedöns in den Socials, grobe Konflikte, zu lange Verzögerungen und Fehlverhalten und es zu einem jähen, unschönen Ende durch den Kapitän („übergriffiges Verhalten“, so Walter-Mommert) bei der Freilassung von Timmy gekommen ist, wirft weitere Fragen auf, die vermeidbar gewesen wären und noch, an anderer Stelle, zu klären sind. Allerdings haben wir alle, als Gemeinschaft, Großes in erster Linie in unserem Fühlen und Denken, verzeichnen können, hier, in Deutschland, was in die ganze Welt hinausschwappte.

Timmy, Du bist genesen, frei und wieder hinaus in den Atlantik, die Nordsee, geschwommen, am 2. Mai 2026, um 9 Uhr. Dich täglich, seit März, rund um die Uhr beobachten zu können, wie Du gesünder und vitaler geworden bist, war wunderbar, Du hast es geschafft! Welch Wunder! Dank Deiner fürsorgenden, liebevollen Unterstützer. Heute, fünf Tage danach, wissen wir, trotz GPS-Tracker, nicht, wo Du bist und, ob es Dir gut geht, ob Du Dich weiter regenerierst, gen Norden schwimmst und Anschluss bei einer Buckelwalfamilie in Norwegen, Richtung Lofoten, gefunden hast. „Der Wal lebt!“, verkündete Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus jetzt im NDR. 25 Signale hätte Timmy bislang gesendet. Die Daten würden wiederholte Tauchgänge und Bewegungen des Ozean-Riesen belegen, sagte auch die Investorin Karin Walter-Mommert happy. Bislang gäbe es jedoch keine Geodaten.

Ich bete für Dich, lieber Timmy, dass Du gesund wirst und Dein Leben in Freiheit, an für Dich erfüllenden Orten mit vielen Walen um Dich herum und Menschen, die Dich achten, wertschätzen und sich immer um Dein Wal-Wohl sorgen! Und, wenn nicht, da wir womöglich gar keinen Ton mehr von Dir vernehmen könnten, wünsche ich Dir einen neuen Seelenauftrag, in dem es Dir viel, viel besser geht als hier, wo Du zuletzt warst und so gelitten hast!

Als „Welten-Fisch“ und Hüter des alten, verborgenen Wissens symbolisierst Du, lieber Wal Timmy, die Verbindung zum Unterbewussten, zum spirituellen Erwachen und hast die Fähigkeit, emotionale Tiefen zu meistern, stehst für Urvertrauen, tiefe Intuition, Transformation, Selbstvertrauen, Weisheit, innere Einkehr und emotionale Heilung. Dein Gesang erinnert an die Kraft der Kommunikation und das Vertrauen auf die eigene Stimme. Als Bewohner der Tiefsee und Meister der Ozeane schwimmst Du mit den Wellen, den hohen und den tiefen, erhebst und bewegst Dich majestätisch, um Luft zu holen und wieder abzutauchen, dort, im Wasser, in den Tiefen der Ozeane, ist Dein Zuhause. Menschen verletzen Dich permanent, Schiffe rammen Dich und fügen Dir tiefe Verletzungen mit ihren großen Schiffsschrauben zu, sie stören Deine Reiche mit ihren Fischer-Netzen, mit Lärm, Plastik-Müll, Chemikalien, Ausbeutung, Verdrängung, Bedrängung, Abschlachten und dem Untergang Deiner Habitate, sie bekämpfen Dich, sie jagen Dich, sie lassen Dich am lebendigen Leib verbluten, sie häuten Dich, sie schauen Dir zu beim schrecklich-schmerzvollen Sterben und Töten, sie verachten Dich! Auf so einer Erde will ich nicht leben! Der Mensch muss sich endlich ändern, nicht die Tiere, nicht der Planet! Weltweit sterben jährlich (!) rund 300.000 Wale und Delfine, da sie sich in Fischereigeräten verstrickt haben“, schreibt die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC). Es gibt einen Erzengel, den manche vielleicht gar nicht kennen, da er nicht so bekannt ist wie beispielsweise die Erzengel Michael, Gabriel oder Raphael: Er heißt Fhelyai und hilft als Erzengel allen Tieren in Not. Die britische Bestseller-Autorin Diana Cooper erklärt in ihren Schriften praktisch, prägnant und alltagstauglich, wie mit Erzengeln gearbeitet werden kann, um Tieren zu helfen.

„An dem Morgen, als sie Timmy rausgelassen haben, war es magisch, denn ich stand draußen auf einem der Schiffe und sah ihn – ich sah all diese wunderschönen Möwen zu ihm kommen, als würden sie sich verabschieden. Er war so stark und glücklich, wieder im Ozean zu sein, es war ein sehr denkwürdiger Moment, die Verbindung war so stark, es war, als würde man Lebewohl sagen und danke für alles“, erzählte der „Wal-Flüsterer“ Sergio Bambarén aus Peru beinahe poetisch am Tag X, als Timmy mit einer Fontäne endlich wieder frei schwimmend auf dem Meer blies und im Blau des Meeres unter dem blauen Himmel verschwand. Timmy kommt von Timotheus, der Name stammt vom Altgriechischem „Timotheosab“ ab – dies bedeutet: „Der Gott ehrt, von Gott Geschätzter“. In der Geschichte von Jona symbolisiert der „große Fisch“ – als Wal interpretiert – Gottes Macht, Rettung und Neuanfang. Jona wird drei Tage im Bauch des Fisches als Gleichnis für den Tod und die Auferstehung Christi gedeutet. Er steht zudem für die Unausweichlichkeit von Gottes Auftrag und seine Barmherzigkeit.

„Erst, wenn es gelingt, die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel; dann haben wir etwas verändert: uns!“, hat Michael Aufhauser, der Gründer von Gut Aiderbichl und Tier-Papst, einst gesagt und das gilt für Tier und Mensch gleichermaßen. Wer ihn und seine Energien einst bei der ersten Umsetzung seiner Gnadenhöfe kennenlernte durfte, weiß, worum es in seinen Worten und Taten geht, was sein Erbe ausmacht und weshalb die Menschheit endlich einen neuen und besseren Weg mit allen Geschöpfen einschlagen muss.

Lieber Timmy, komm‘ gut in Deine neue Welt – ob Meeres- oder Himmels-Reise – Du hast uns viel gelehrt! Und, das hallt nach, bewusst und unbewusst.. Die Lieder der Buckelwale sind die längsten und komplexesten Lautäußerungen im gesamten Tierreich – sie bestehen aus verschiedenen Strophen mit Pfeif- und Quietschtönen sowie tiefen, sonoren Rufen, die in einer bestimmten Reihenfolge gesungen werden. Danke, Timmy, dass Du Dich uns so wund gezeigt und so stark mitgeteilt hast! Ich verneige mich vor Deiner Botschaft, ich segne Dich und ich schicke Dir Liebe, in alle Himmelsrichtungen und in alle Tiefen und Untiefen…lebe, Timmy, lebe, in Gesundheit und in Erfüllung!

Foto: dpa, Florian Manz